Frage der Woche: Was wollen Sie für's Werler Klima tun?


Wir Menschen verbrauchen zu viel Energie, erzeugen ein Übermaß an klimaschädlichen Emissionen und tun nichts, die schädlichen Emissionen aus der Atmosphäre zu beseitigen. In der Folge läuft die Erde seit Jahrzehnten auf eine „Heißzeit“ zu. Eine Klimakatastrophe kann nur noch abgewendet werden, wenn möglichst viele Menschen daran mitwirken. Die BG-Werl bringt sich in den Kampf gegen eine weitere Erderwärmung lokal ein. Die Arbeit muss auf allen Ebenen geführt werden. Wir haben beantragt, Flächen in der Stadt aufzuforsten. Nur 4% der Flächen sind bewaldet, in anderen Städten bis zu 30%. Die Aufklärung der Bürger über das drohende Desaster muss verstärkt werden. Schon junge Menschen sollen an das Problem herangeführt werden, weshalb wir die Anlage eines Schülerwaldes fordern. Wir fordern die Rückgewinnung von Wärme aus Abwasser, die Gewinnung von Biogas aus Klärschlämmen, den Einsatz von Fernwärme. Verfahren zur technischen Eliminierung von schädlichen Klimagasen unterstützen wir. Wir fordern die Verbesserung von Rad- und Busverkehr. Mobilität kann nicht weiter durch mit Benzin und Diesel betriebene Autos stattfinden.

Warum und wie will die BG den Fahrradverkehr in Werl steigern?


Die Stärkung des Radverkehrs ist eine wichtige Maßnahme, um den CO2-Ausstoß zu begrenzen.
Das ist der Hauptgrund für die BG, sich für mehr Fahrradmobilität in Werl einzusetzen. Das geschieht aber nur, wenn gleichzeitig die PKW-Kilometer gesenkt werden. Wir müssen also die Autofahrer durch schnelle, sichere, komfortable Radstrecken überzeugen, ihr Auto häufiger stehen zu lassen, und das auch mental herüberbringen. Mit dem Arbeitskreis "Förderung der Fahrradmobiltät in Werl" , den wir seit 8 Jahren geleitet haben, haben wir in Werl schon einiges bewirkt: Abbau der Barrieren, Einführung der Fahrradstreifen, Fahren auf der Straße, verbesserte Ampelsteuerung, Abstellanlagen am Bahnhof, am Rathaus, in der Fußgängerzone, an der Stadthalle usw.. Lag der Fahrradanteil im Alltag in 2011 noch bei ca. 20% des Verkehrsaufkommens, dürfte er sich heute schon auf 25 % hochbewegt haben. Aber wir können noch mehr tun.
 
 
Die BG
fordert deshalb die Gründung eines aktiven Arbeitskreises  aus Stadt, Rat und Bevölkerung, der Aktionen startet, um mehr Anstösse und Gewohnheit in das Radfahren zu bringen, z.B.

* mit dem Rad zur Arbeit,

* in die Kirche,

* zum Konzert,

* zum Einkaufen,

* mit dem Rad bei Regen, im Winter

* usw..

Die BG hat natürlich weiterhin viele Ideen zur technischen Verbesserungen, die hier aus Platzgründen nicht genannt werden können, aber unten in einem Vortrag zusammengefasst sind, der im Juni im Planungsausschuss gehalten wurde. Innerhalb der Stadt, am Marktplatz, an der Stadthalle, vor den Kirchen usw. müssen viel mehr Fahrradabstellplätze  eingerichtet werden. Auch an den weiterführenden Schulen sind die heutigen Abstellplätze völlig unzureichend, denn gerade bei den Schülern (und Eltern) sollte das Umdenken frühzeitig erfolgen. Wir hätten schon viel erreicht, wenn die meisten Schüler bewusst nicht mehr mit dem PKW zur Schule kommen, sondern gerne mit dem eigenen Rad.

PräsentationRAD-AG2020-Version25-06-2020.pdf

Fast alle in Werl sind Autofahrer und Radfahrer. Lassen Sie uns versuchen, immer häufiger die kürzeren Strecken mit dem Rad zu fahren. Die Umwelt, das Klima und unsere Gesundheit werden es uns danken.

Haushaltsrede für die Jahre 2020 und 2021


Sehr geehrter Herr Vorsitzender,

meine Damen und Herren!

 


Die Planung eines städtischen Haushalts ist schwierig, weil der Versuch unternommen wird, Vorhersagen für komplexe, von vielen Zufällen abhängige und in der Regel vielfältige Entwicklungen, zuverlässig vorzunehmen.

Das habe ich, seitdem ich im Rat der Stadt Werl sein darf, gelernt. Diese Planungen sind in den vergangenen Jahren in der Regel durch die Realität bestätigt worden. Dafür möchte ich an dieser Stelle den Planern und Denkern in der Verwaltung, insbesondere Herrn Canisius und Ihnen, Herr Bürgermeister, das Lob der BG-Werl aussprechen, insbesondere weil Sie diesen Prozess ein letztes Mal geleistet haben. Und diesmal haben sie sogar eine Vorausschau für zwei Jahre erarbeitet.

In den Ausschüssen des Rates wurden in den vergangenen Wochen die jeweiligen Haushaltsteilpläne verabschiedet und dem Rat zur Beschlussfassung empfohlen. Und auf den Internetseiten der Stadt sind die Zahlen nachzulesen. Die Diskussionen und Beschlüsse, die dazu ausgetauschten Argumente waren überwiegend in der lokalen Presse dargestellt. Und soweit ich das in den sozialen Netzwerken mitbekommen habe, gibt es auch dort Foren, in denen diskutiert wurde und wird.

Der Begriff „disruptiv“ wird in unterschiedlichen Kontexten benutzt. Wörtlich meint er so etwas wie stören, verdrängen durch anderes. Z.B. das Auto hat die Kutsche verdrängt, das Smartphone verdrängte das Tastentelefon. Es schwingt in dem Adjektiv „disruptiv“ somit auch etwas Innovatives mit.
Nun, mit dem Stärkungspaktgesetz ist ein solcher Prozess in Werl in Gang gesetzt worden. Dieser Prozess läuft nun seit 2012. Er hat das Prinzip Verschuldung abgelöst durch Haushaltsausgleich ohne Schulden und Abbau von Schulden. Diesen Prozess haben in diesem Rat seit 2012 nur einige Parteien ohne Vorbehalt unterstützt. Die BG- Werl ist eine dieser Parteien. Es ist der Verwaltung und dem Rat gelungen sowohl die kurzfristigen Schulden (oder Kassenkredite) als auch die rentierlichen Schulden deutlich zu reduzieren, was eine Entlastung insbesondere der nachfolgenden Generationen bedeutet. Darüber hinaus konnte sowohl das Eigenkapital als auch die Ausgleichsrücklage wieder aufgefüllt werden. Das, Herr Vorsitzender, meine Damen und Herren, ist eine sehr gute Leistung, für die wir der Verwaltung, aber auch allen Bürgern unseren Dank aussprechen. Denn die Erhöhung der Grundsteuer B ist der maßgebliche Faktor für diesen Erfolg. Wichtig ist auch, dass, ich weise darauf hin, das Stärkungspaktgesetz, nach derzeitiger Lesart über 2021 hinaus Gültigkeit behält. Für die Stadt Werl bedeutet das, dass auch weiterhin ein Haushaltsausgleich planerisch hergestellt werden muss, weil ein fiktiver Haushaltsausgleich nicht akzeptiert werden wird. Und das ist aus meiner Sicht gut so. Absolutes Ziel muss bleiben, die rentierlichen Schulden und die Kassenkredite kontinuierlich abzubauen.
Nun noch einige Bemerkungen zu einzelnen Bereichen des Haushalts. Die allgemeine Kreisumlage und die Jugendamtsumlage werden weiter steigen. Das bleibt dem Umstand geschuldet, dass zustehende Leistungen an immer mehr leistungsberechtigte Personen gegeben werden müssen. Dem überörtlichen Sozialhilfeträger (LWL), dem örtlichen Träger der Sozialhilfe (Kreis) und dem Kreisjugendamt sind die Hände gebunden. Sie können die Kosten für die Leistungen nur an die Kommunen weiterleiten, wie es der Bürgermeister in seiner Haushaltsrede gesagt hat. Diese Kosten werden durch das Bundesteilhabegesetz (BTHG) ab 2020 weiter ansteigen, weil die Anzahl der leistungsberechtigten Bürger erweitert sein wird.

Zu den Investitionen und investitionsähnlichen Maßnahmen, insbesondere auch im Schulbereich, stehen wir als BG und unterstützen sie auch.
An dieser Stelle will ich noch den Umwelt- und Klimaschutz ansprechen. Wir haben Anfragen und Anträge zu diesem Thema gestellt. Der Bürgermeister hat in seiner Rede den Klimaschutz angesprochen. Er hat die Leistungen der Stadt, die auf diesem Gebiet in den vergangenen Jahren erreicht wurden, angesprochen (S10 ff Rede Bürgermeister). Leider sind diese Leistungen und Aktivitäten in den vergangenen Jahren, die in Abstimmung mit dem Klimaschutzkonzept des Kreises erbracht wurden, nicht ausreichend bekannt gemacht worden. Das sollte sich in Zukunft ändern. Wahrscheinlich ist es erforderlich, im Rahmen der Einstellung eines Klimaschutzmanagers einen Ausschuss für Klimaschutz einzurichten. Dieses zu beraten beantragen wir als BG-Werl an dieser Stelle ausdrücklich. Ob dieser Ausschuss zum Planungs-, Bau- und Umweltausschuss (PBUA) als eigenständiger Ausschuss zugefügt wird, oder anderweitig verortet wird, sollte im Rat unter der Berücksichtigung der Vorschläge der Verwaltung diskutiert werden.
Die BG-Werl hat gerade einen Antrag an den Bürgermeister gegeben, mit dem wir den Ausbau des Netzes für die Versorgung mit Fernwärme im Stadtgebiet fordern. Dies halten wir für eine zeitgemäße Form der Energieversorgung und es sollte im Portfolio der Stadtwerke enthalten sein.
Die Entwicklung der Innenstadt ist für uns ein Muss. Entsprechend unterstützen wir das ISEK. Dabei sollten auch die Möglichkeiten innerstädtischen Wohnens berücksichtigt werden. Die Stadtbücherei sollte am gegenwärtigen Standort in der Fußgängerzone verbleiben.
Wir unterstützen die Ansiedlung weiterer Gewerbebetriebe in der Stadt.
Die BG-Werl spricht sich unter den gegenwärtigen finanziellen Entwicklungen und den zu erwartenden Zuschüssen für die Realisierung der Bahnunterführung am Langenwiedenweg aus. Wir hoffen dadurch einerseits eine Verbesserung für den Straßenverkehr und die Anbindung des nördlichen Stadtteils zu erreichen, Andererseits hoffen wir, die Attraktivität des Bahnhofs zu erhöhen. Wir hoffen, dass eventuell in Zukunft auch Schnellzüge halten werden. Möglicherweise würde durch einen solchen Bahnhof auch die Stadt Werl als Wohnort attraktiver und den Zuzug von Menschen nach Werl steigern. Letzteres wäre sicherlich positiv in Hinsicht auf die demografische Entwicklung der Bevölkerung der Stadt Werl und die dadurch bedingten ökologischen und wirtschaftlichen Standortfaktoren.

Den vorgelegten Haushaltssatzungen sowie den Haushaltsplanentwürfen und seinen Anlagen für die Jahre 2020/21 stimmen wir zu.