Radfahren in Werl.

Dieter Riewe - 18.01.2014

Siegbert May von der Bürgergemeinschaft Werl hat einen Antrag an die Stadt gerichtet, in dem zum weiteren Ausbau der Radfahrerstadt Werl angeregt werden soll. Das bedeutet nicht immer "Geld ausgeben", sondern eben auch "konzeptionelle Weiterentwicklung":

Radfahren hat viele Überschriften: Energie sparen -

Sportliche/gesundheitsförderliche Lebensweise - Wirtschaftliche Vorteile durch tourististische Angebote!

Betrachten wir die Überschriften einzeln!

Energiesparen:
Benzin für das Autofahren wird immer knapper und teurer, die Umweltbelastung ist ein ernstzunehmender Fakt. Ziel ist es daher, das Autofahren insbesondere bei kleineren Strecken möglichst zu vermeiden. Das heißt, das Fahrradfahren insbesondere im Alltag zu fördern. D. h. die Verbindungen müssen schnell, sicher, barrierefrei von Kindern, Jugendlichen und den Erwachsenen und älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern gestaltet sein. Und das möglichst auch in den Übergangsjahreszeiten und möglichst auch im Winter. Außerdem sind sichere Abstellmöglichkeiten sehr begrenzt und nasse Sättel reizen auch nicht bei dem vielfachen gemischten Wetter in Werl.

Werl hat in der Vergangenheit einiges getan, um Fahrradwege in der Peripherie anzulegen. Auch der Schilderwald ist munter gewachsen. Aber es fehlt noch einiges an der Vollendung. Radfahrer sind an Kreuzungen oft nur geduldete Beteiligte, die immer auf die Autofahrer Rücksicht nehmen müssen. Im Zweifelsfall (s. Kreuzung Salinenring/Unnaerstraße) sollen sie absteigen und schieben. Viele insbesondere Jugendliche tun dies nicht - aber oft mit einem schlechten Gewissen.
Das kann und sollte man ändern, Kreuzungsspuren für Radler, vielleicht auch eine grüne Welle für Radler sind denkbar.
Ein Appell an die Arbeitgeber in der Stadt, mehr und bessere Fahrradständer anzubringen, kann das Aufbewahrungsproblem lösen.

Vielleicht ist auch ein mobiler "Notdienst" denkbar, der gegen Mitgliedschaft (wie beim ADAC o.ä.) schnell zu Hilfe kommt, wenn eine Panne eintritt. Wichtig ist, dass es immer weniger Gründe gibt, das Auto auf Kurzstrecken benutzen zu "müssen". Vielleicht können wir auch "Schnellstraßen" für Radfahrer schaffen.


Sportliche/gesundheitliche Lebensweise
Ein wichtiger Nebeneffekt der Nutzung des Fahrrads im Alltag ist die Verbesserung der Beweglichkeit der Mitmenschen, über deren positiven Folgen wir hier nicht schreiben müssen. Wichtig ist, dass die Unfallgefahr durchRadfahrverkehr nicht ansteigt - weder bei Kindern, Jugendlichen oder Älteren.


Wirtschaftsförderung durch touristische Aspekte
Ein gewaltiger Erfolg für Werl als touristisches Ziel sowohl für Einwohner als auch Zugezogene und Nachbarn und Fremde ist die Ausweisung der 4 Kleeblatt-Routen rund um Werl. Dieses muss man immer wieder betonen. Aber auch hier lässt sich noch etwas daraufsetzen. Vielleicht gibt es Möglichkeiten, auch Rundtouren zu den Nachbargemeinden festzulegen, sei es Wickede, Unna, Bönen, Hamm, Welver, Soest und Ense, so dass die Bürgerinnen und Bürger der Nachbarstädte gerne nach Werl kommen (und umgekehrt). Die durchaus vorhandenen Attraktionen am Wegesrand können betont werden. Für Werl als Innenstadt müsste noch ein Kurzprogramm erstellt werden. Auch Stationen mit Kaffee und Kuchen oder Kunsthandwerk förden den Tourismus.
Die Nachbarstadt Wickede liegt am Ruhr-Radwanderweg und erlebt seit Definition dieser Strecke ein Vielfaches an Tourismus, insbesondere in der Mittagszeit sind viele Radwanderer in den Cafes und Bistros zu sehen. Werl sollte versuchen, sich inhaltlich an einige überregionale Radfahrstrecken anzubinden oder eigene Strecken mit Nachbargemeinden entwickeln.

Bereits beim Schreiben dieser Aspekte fallen dem Autor viele Themen ein, die man auch noch berühren müsste. Zum Beispiel die Kennzeichnung der Stadt Werl durch ein malerisches, gut gestaltetes Ortsschild an allen Einfahrstraßen und -wegen.

Die BG Werl schlägt vor, einen neutralen Arbeitskreis zu gründen, der das Thema vertieft und möglichst viele Aspekte in den nächsten Jahren berücksichtigt und verfolgt. Die Politik in Werl wird sicher zur Unterstützung bereit sein.

Dieter Riewe